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Welcher Kanal zuerst? So findest du deinen Startkanal

Welcher Kanal zuerst? So findest du deinen Startkanal

Die häufigste Frage, die ich von Leuten höre, die anfangen wollen: „Auf welchem Kanal soll ich starten?" Und gleich dahinter kommt der Fehler, alle vier gleichzeitig anzufangen.

Mach das nicht. Vier Kanäle parallel bei null bedeuten viermal mittelmäßig statt einmal richtig. Such dir einen aus. Den machst du, bis er läuft, und dann denkst du über den zweiten nach. Welcher der richtige ist, hängt von drei Dingen ab: wo deine Zielgruppe ist, wie viel Zeit du hast und wie wohl du dich vor der Kamera fühlst.

Wo hängt deine Zielgruppe ab?

Das ist der wichtigste Punkt, und er wird am häufigsten übersprungen. Es bringt nichts, den Kanal zu wählen, der dir am meisten Spaß macht, wenn deine Wunschkunden dort nicht sind.

Berätst du Unternehmen, andere Selbstständige oder Leute in Führungspositionen? Dann ist LinkedIn fast immer die Antwort. Dort sitzen die Entscheider, dort wird über Business geredet, und dort kostet ein guter Post weniger Aufwand als ein gutes Video.

Arbeitest du eher mit Privatpersonen – Coaching für Beziehung, Gesundheit, Mindset, Karriereeinstieg? Dann sind Instagram und TikTok deine Welt. Bei einer jüngeren Zielgruppe eher TikTok, bei einer Zielgruppe so ab Mitte dreißig eher Instagram.

Und wenn du etwas erklärst, das Tiefe braucht – komplexe Themen, bei denen Menschen dir wirklich vertrauen müssen, bevor sie kaufen –, dann ist YouTube unschlagbar. Ein gutes Video von zehn Minuten baut mehr Vertrauen auf als zwanzig kurze Clips.

Wie viel Zeit hast du wirklich?

Sei hier ehrlich mit dir. Nicht wie viel Zeit du gern hättest, sondern wie viel du diese Woche, nächste Woche und im stressigen Monat tatsächlich aufbringst.

YouTube ist der zeitintensivste Kanal. Skript, Dreh, Schnitt, Thumbnail – ein Video pro Woche ist ambitioniert und für viele Anfänger zu viel. Wenn du wenig Zeit hast, ist YouTube als Erstkanal oft keine gute Idee.

LinkedIn ist am sparsamsten mit deiner Zeit. Ein guter Textbeitrag braucht keine Kamera, kein Licht, keinen Schnitt. Du schreibst, du postest, fertig. Wenn deine Zielgruppe dort ist und die Zeit knapp, ist die Entscheidung leicht.

TikTok und Instagram Reels liegen dazwischen. Mit dem Handy gedreht, kurz geschnitten, das geht relativ flott. Aber du musst regelmäßig liefern, und das frisst über die Wochen mehr, als man am Anfang denkt.

Wie wohl fühlst du dich vor der Kamera?

Der Punkt, den viele aus Stolz übergehen. Wenn dir beim Gedanken an die Kamera der Magen umdreht, fang nicht mit einem Video-Kanal an. Du wirst es hassen und nach zwei Wochen aufhören.

Magst du nicht reden, schreibst aber gern? LinkedIn. Da kommst du komplett ohne dein Gesicht aus.

Bist du locker, sobald die Kamera läuft, und redest gern frei? Dann nutz das. TikTok, Reels oder YouTube spielen genau deine Stärke aus, und das merkt man den Videos an.

Irgendwo dazwischen? Instagram ist ein guter Kompromiss. Du kannst Karussells aus Text und Bild bauen, mal ein Reel einstreuen, dich langsam an die Kamera herantasten.

Meine klare Empfehlung

Wenn ich raten müsste, ohne dich zu kennen: B2B, also Coaching und Beratung für Geschäftskunden, startet auf LinkedIn. Wenig Zeit, kein Bock auf Kamera, das passt zusammen. Wer mit Privatpersonen arbeitet und sich vor der Kamera wohlfühlt, startet mit Instagram oder TikTok. Und YouTube hebst du dir auf, bis du Zeit und Routine hast.

Wichtiger als die perfekte Wahl ist, dass du eine triffst. Ein Kanal, ein paar Monate, konsequent. Du lernst beim Machen mehr als beim Grübeln, und den zweiten Kanal kannst du immer noch dazunehmen. Aber erst, wenn der erste steht.

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