Wie oft sollte ich posten? Realistische Frequenzen für YouTube, Instagram, TikTok und LinkedIn
Du hast wahrscheinlich schon gehört, dass du jeden Tag posten musst. Auf jedem Kanal. Sonst bringt das alles nichts. Das ist Quatsch, und es ist auch der schnellste Weg, nach drei Wochen frustriert wieder aufzuhören.
Ich sehe das ständig bei Leuten, die anfangen. Sie starten mit Vollgas, posten fünf Tage am Stück, brennen aus und sind dann zwei Monate offline. Lieber ein realistisches Tempo, das du auch im stressigen Monat durchhältst.
Warum Dranbleiben mehr zählt als Masse
Die Algorithmen mögen Regelmäßigkeit. Aber wichtiger ist, dass du die Regelmäßigkeit aushältst. Wenn du dir vornimmst, jeden Tag zu posten, und es dann nicht schaffst, fühlt sich das an wie Scheitern. Und dieses Gefühl ist Gift, wenn man gerade erst anfängt.
Stell dir lieber vor, du läufst eine lange Strecke. Niemand sprintet die ersten zwei Kilometer und wundert sich dann, warum er den Rest nicht schafft. Am Anfang geht es nicht um Reichweite. Es geht darum, dass du das Posten zur Gewohnheit machst, dein Format findest und schneller wirst. Die ersten 50 bis 100 Follower in den ersten Wochen sind ein typischer, völlig normaler Anfang. Mehr brauchst du noch gar nicht.
Was pro Kanal wirklich machbar ist
Jeder Kanal tickt anders. Hier sind Frequenzen, die für Einsteiger mit wenig Zeit funktionieren, ohne dass du dein halbes Leben aufgeben musst.
YouTube. Ein richtiges Video pro Woche ist ambitioniert, wenn du nebenbei noch einen Job oder ein Business hast. Schnitt, Thumbnail, Skript – das frisst Zeit. Fang lieber mit einem Video alle zwei Wochen an und steigere dich, wenn du schneller wirst. Bei YouTube Shorts kannst du häufiger raus, zwei, drei pro Woche, weil die kürzer und schneller produziert sind.
Instagram. Zwei bis drei Posts pro Woche sind als Anfänger schon ordentlich. Reels, Karussells, ein normales Bild dazwischen. Du musst nicht täglich in die Story und nicht jeden Trend mitnehmen. Lieber drei gute Sachen pro Woche als sieben halbgare.
TikTok. Hier darf es etwas mehr sein, weil die Videos kurz sind und der Algorithmus gern frisches Futter hat. Drei bis fünf Videos pro Woche, wenn du den Dreh raushast. Aber – und das ist wichtig – fang nicht mit fünf an. Fang mit drei an und schau, ob du das Tempo magst.
LinkedIn. Zwei bis drei Textbeiträge pro Woche reichen völlig. LinkedIn ist langsamer als die anderen, die Leute scrollen seltener, und ein guter Post bleibt dort länger sichtbar. Qualität schlägt hier Frequenz noch deutlicher als anderswo.
Du musst nicht alle vier Kanäle gleichzeitig bespielen. Bitte tu das nicht. Such dir einen aus, mach den richtig, und denk erst über den zweiten nach, wenn der erste läuft.
Ein Wochenplan, den du durchhältst
Sagen wir, du hast dich für Instagram als Startkanal entschieden und kannst zwei, vielleicht drei Stunden pro Woche investieren. So könnte das aussehen.
Am Wochenende oder an einem ruhigen Abend setzt du dich einmal hin und produzierst alles auf einen Schlag. Das nennt sich Batching, und es ist der Trick, mit dem du überhaupt durchhältst. Du drehst drei Reels hintereinander, schreibst die Texte dazu, suchst die Hashtags raus. Eine bis anderthalb Stunden, und deine Woche ist fertig.
Dann planst du die drei Posts vor – Montag, Mittwoch, Freitag zum Beispiel. So musst du unter der Woche nichts mehr machen, außer ab und zu auf Kommentare zu antworten. Und genau das solltest du tun, weil die ersten echten Gespräche oft mehr bringen als der zehnte Post.
Der Rest deiner knappen Zeit geht ins Beobachten. Was lief gut, was floppte, worauf reagieren die Leute. Nach vier, fünf Wochen siehst du Muster, und dann passt du an.
Der ehrliche Teil
Es wird Wochen geben, in denen du nur einen Post schaffst statt drei. Das ist okay. Ein Post ist unendlich viel besser als null. Brich nicht alles ab, nur weil du dein eigenes Soll gerissen hast.
Setz dir lieber eine Frequenz, die sich fast zu niedrig anfühlt. Die hältst du durch. Und Durchhalten ist beim Start auf Social Media tatsächlich das Einzige, was zählt.
